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In dem Begriff steckt das französische Wort für Unternehmer: Entrepreneur. Und es klingt eine selbstständige Tätigkeit an. Tatsächlich unterscheidet sich der Solopreneur aber vom Freiberufler oder Freelancer.

Es gibt viele Gründe, warum immer mehr Berufstätige einer vermeintlich sicheren Anstellung den Rücken kehren und ihr Glück in der Selbstständigkeit suchen. Weil zum Beispiel ihre Leistung für ein Unternehmen über Gebühr beansprucht wird und sie sich darüber hinaus nicht kreativ entfalten können. Weil für sie das Leben nicht nur aus Arbeiten besteht und sie nicht permanent für die Kollegen und Chefs erreichbar sein müssen und wollen. In den USA ist das längst ein Trend von gesellschaftlicher Dimension, der auch hierzulande an Dynamik gewinnt und vor allem sogenannte Solopreneure auf den Plan bringt. Anders als Freiberufler oder Freelancer sind diese „allein agierenden Unternehmer“ aber gewöhnlich nicht von Aufträgen ihrer Kunden abhängig, die dann den Daumen auf ein gemeinsam zu realisierendes Projekt haben, dabei Inhalte und Abläufe bestimmen und einen womöglich als Angestellten behandeln. Und das nach der Devise: Wer zahlt, schafft an.

Was wichtig für den Erfolg ist

Solopreneure entwickeln und vermarkten in der Regel eigene Produkte und Dienstleistungen. Das können Software-Lösungen sein, denn ein Hauptbetätigungsfeld ist die Digitalisierung von Herstellungsprozessen, Logistik-, Kommunikations- und nicht zuletzt Qualitätsmanagementsystemen in den verschiedensten Branchen. IT und Industrie 4.0 lauten hier die Schlagworte. Die Produkte und Konzepte sollten innovativ und einmalig sein, Nischen erschließen und einfach den Nerv der Zeit treffen. Wichtig für den unternehmerischen Erfolg ist zudem ein Netzwerk aus Partnern und Spezialisten. Alle Aufgaben alleine bewältigen zu wollen, wäre der falsche Weg und am falschen Ende gespart. Als Solopreneur sollte man von Anfang an externe Profis einbeziehen, die einen administrativ unterstützen und entlasten können, Konzepte für PR & Marketing mitgestalten, sich um den Kundenservice oder technischen Support kümmern.

Was sich noch empfiehlt: Immer mehrere verschiedene Projekte vor Augen haben und gleichzeitig verfolgen. Bei der Investition in den Geschäftsaufbau möglichst nur Eigenkapital einsetzen und sich nicht gegenüber Dritten verschulden. Und für die Unternehmensgründung bieten sich auch Selbstfinanzierungsmodelle an. So das „Bootstrapping“ mit dem Prinzip: die Ausgaben so gering wie möglich halten, Umsätze und Erlöse relativ schnell erwirtschaften und erzielen. Dazu die Sozialen Medien im Internet als Werbeplattform nutzen und sich ein genaues Bild von der potenziellen Zielgruppe, deren Wünschen und Bedürfnissen machen.

Unternehmensgründer unterschätzen oft den Aufwand, der sich damit verbindet. Ein Geschäft zum Laufen zu bringen, ist kein Kindergeburtstag. Solopreneure müssen sich auf viel und auch harte Arbeit einstellen, auf Freizeit und Urlaub verzichten, sich selbst motivieren und dabei persönliche Stärken und Schwächen erkennen können. Eine Durststrecke gilt es in jedem Fall zu überwinden.

M. S.